
Als Mitglied des Naturparks "Holsteinische Schweiz e.V." bietet der Ort gute Möglichkeiten zum Wandern, Reiten und Radfahren. Zur Karl-May-Stadt Bad Segeberg sind es nur 9 km, zur Ostsee 30 km. Vor Ort sind gute Übernachtungsmöglichkeiten in zwei gastronomischen Betrieben vorhanden. Die hügelige Landschaft ist geprägt durch ein dichtes Knicknetz.
Die Gemeinde Blunk, direkt am alten Sachsenwall gelegen, wird erstmals in einer Urkunde des Bistums Lübeck vom 27. März 1249 erwähnt. Ab 1342 gab es hier eine Mühle, in der die Bauern von Blunk und die der umliegenden Gemeinden zwangsweise ihr Korn mahlen lassen mussten. Im Jahre 1721 hatten alle Bauern durch eine königliche Anordnung ihre Felder einzukoppeln. Auf diese Weise wurde das auch heute noch weitestgehend erhaltene und landschaftsprägende Knicknetz geschaffen.
Durch ein Großfeuer brannte 1836 das Dorf bis auf drei Bauernstellen ab. Bis in das Jahr 1900 hinein wüteten in kurzen Abständen mehrere Feuer in Blunk, so dass nur noch wenig alte Bausubstanz im Ort vorhanden ist.
Heute ist Blunk eine Landgemeinde mit einer Größe von 1.071 ha und ungefähr 570 Einwohnern. Mehrere Bauernhöfe geben dem Dorf sein ländliches Gepräge. Zu einem neuen Dorfmittelpunkt hat sich ein altes reetgedecktes Bauernhaus (Foto auf der Startseite) entwickelt, das die Gemeinde im Rahmen einer Dorferneuerung gekauft und renoviert hat.
Neben einigen Handwerksbetrieben gibt es in der Gemeinde Blunk zwei florierende Gaststätten. Zum Kirchdorf wurde Blunk 1965 durch den Bau einer kleinen Kirche ohne Friedhof.
Verkehrsmäßig wird der Ort durch die L 68 erschlossen, die von Bad Segeberg nach Plön führt. So finden eine Vielzahl der Blunker Bürger ihre Arbeit in den umliegenden Gemeinden und Städten.
Die alte Dorfschule in Blunk wurde 1975 geschlossen, so dass die Kinder in die nahegelegene Kreisstadt Bad Segeberg zur Schule gehen. Seit 1995 gibt es in Blunk eine Kindertagesstätte, die an fünf Vormittagen in der Woche geöffnet ist.
Das umfangreiche kulturelle Angebot wird durch eine Anzahl von verschiedenen Vereinen und Institutionen wahrgenommen. Im einzelnen sind dieses der Seniorenclub, der Jugendclub, die Feuerwehr, der MTV Blunk, der Vogelschießenverein, der Angelsportverein, der Landfrauenverein, ein Frauentreff sowie eine Kinderspielgruppe und eine private Kindertagesstätte.
Die Mitte ist grün. Unbebaubares Bauernland, Weideland. So war es immer in Blunk - und so soll es bleiben. Man baut, erweitert, aber man verkauft nicht an große Investoren.
Aus der Vogelperspektive kann man es deutlich erkennen: Blunk ist ein Runddorf; eine Siedlung, die um die Mitte herum gewachsen ist und trotz aller verändernden Zeiten zentrale Orientierung bewahrt hat. Das lag wohl vor allem an der Lage, denn Blunk liegt auf 70 m Anhöhe. Umgeben von Niederungen, aus denen frühmorgens der Tau als Nebel aufsteigt.
1050 schon ist der Ort in der Hamburgischen Kirchengeschichte erwähnt worden, nach 1140 war er Teil der planmäßig voran getriebenen Besiedlung des ostholsteinischen Raumes durch Graf Adolf II. von Schauenburg.
Ein altes Dorf also, aber wirklich alte Bausubstanz fehlt.
Hof gereiht an Hof, nahezu alle erbaut in der Mitte des 19. Jahrhunderts, nur einer ist etwas älter: Das perfekt restaurierte Dorfgemeinschaftshaus entstand bereits 1836. Der Blick in die Chronik gibt Antwort auf die Frage, warum das sehr alte Dorf nur mäßig alte Häuser hat: Im 19. Jahrhundert fegten immer wieder Feuerkatastrophen und Wirbelstürme durchs Dorf und zerstörten ganze Reihen von Höfen. Es gab Bauernstellen, die gleich mehrfach getroffen wurden. So ist der alte Dorfkern zwangsläufig relativ jung geworden.
Und an der Peripherie wurde neu dazu gebaut. Selbst eine kleine Dorfkirche entstand wieder. Was allerdings fehlt, das ist die Möglichkeit zur Selbstversorgung. "Wir waren eine richtige kleine Stadt hier," sagt eine Blunkerin, die ihre ortsgebundene Familiengeschichte über fünf Generationen zurückverfolgen kann. "Es gab noch in meiner Jugend alle Handwerke, drei Kaufleute, reichlich Landwirte und auch einen Krug. Bis 1975 hatten wir auch eine eigene Schule und bis 1964 tuckerten wir per Kleinbahn nach Kiel und nach Bad Segeberg.”
Davon ist wenig geblieben - außer dem Krug, der sich unter kundiger Hand zu einem beliebten Ziel für Feste und Feiern und für kulinarische Besonderheiten herausgeputzt hat. Man feiert gern hier und pflegt die Gemeinschaft. Ein bisschen "Heile-Welt" scheint durch - ein Wir-Gefühl, selbst in der Politik. Die Generationen leben gut miteinander.
Rund ein halbes Tausend Einwohner hat Blunk, an- und ausgebaut in allen Richtungen, soweit es der moderate Dorfentwicklungsplan erlaubt. Die urwüchsige Natur drum herum ist das wesentliche Kapital der Gemeinde - wunderschöne weitläufige Moore, die zum Landschaftsschutzgebiet werden. 78 km Knicks dazu und der nahe Blunker See mit einer schönen Badestelle. Weitab fügt sich eine großzügige Reitanlage in den Waldessaum.
Störche und Kraniche schweben durchs Bild, auch Seeadler - und selbst ein Waschbär verteidigt sein Revier.
Der "Blunker Schalenstein" steht in der Dorfmitte, ein halber Opferstein, kristalliner rötlicher Granit mit kreisrunden eingearbeiteten Schalen. Man ist stolz auf diesen Fund in Blunk. Hier stürmt man nicht in die Zukunft. Hier bewahrt man gern das Alte.
JUTTA KÜRTZ





